Verfasst von: andreas | 30. Oktober 2008

PDC 2008

Nachdem Microsoft auf seiner Professional Developers Conference eine Menge an neuen Produkten bzw. Produktversionen angekündigt hat, und die News auf den einschlägigen Portalen recht unübersichtlich waren, möchte ich jetzt, wo sich der Staub inzwischen gelegt hat, einen kurzen Überblick der meiner Meinung nach wichtigsten Fakten geben.

Azure – Ein Betriebssystem in den Wolken

Mit der “Azure Services Platform” will Microsoft in Zukunft Entwicklern die Möglichkeit geben ihre Webservices in Microsofts Rechenzentren zu hosten. Damit tritt Microsoft in direkte Konkurrenz zu den “Amazon Web Services” und Googles “AppEngine”. Dabei dürfte die Plattform vor allem für Windows-Entwickler interessant sein, da Azure vollkommen auf Windowstechnologien aufbaut. Dies könnte sich allerdings auch als Nachteil entpuppen.

Die Grundlage bildet dabei “Windows Azure”, welches Speicher und Rechendienste zur Verfügung stellt.

Auf Basis von Windows Azure bietet Microsoft zusätzlich noch weitere Dienste, wie eine SQL-Datenbank, an, die die Entwickler der Anwendungen nutzen können, aber nicht müssen. Microsoft selbst will langfristig alle seine Onlinedienste auf Azure umstellen, im Moment läuft allerdings nur “Live Mesh” auf Azure.

Der für mich interessanteste Teil von Azure war dabei das “Live Framework”, ein Bestandteil der “Live Services” und damit Schicht 2 der Plattform. Während der Keynote am Dienstag wurde demonstriert, wie mit diesem Framework sehr einfach Synchronisationsdienste in Programme eingebunden werden können. Dabei beschränkt sich dies nicht nur auf Webanwendungen, sondern auch auf echte Desktopanwendungen. Sollte dies wirklich annähernd so einfach wie gezeigt möglich sein, ist dies mit Sicherheit sehr interessant, da so Programme entwickelt werden können, die ihre Daten über das Internet synchronisieren, ohne dass der Entwickler eigene Server für diesen Zweck betreiben muss.

Windows 7

Ebenfalls am Dienstag wurde erstmals die nächste Windowsversion, die als “Windows 7” auf den Markt kommen wird. Dabei wurden einige Features gezeigt, die durchaus interessant sind, gezeigt. Windows 7 basiert auf dem selben Kernel wie Vista und daher dürfte der Umstieg von Vista zu 7 deutlich reibungsloser verlaufen wie von XP zu Vista.

Die auffallendste Neuerung dürfte dabei die Taskleiste sein, die in 7 das erste mal seit Windows 95 wirklich überarbeitet wurde. Es wurde die Taskleiste und die Schnellstartleiste zusammengefasst, um so mehr Überblick behalten zu können. Dabei werden in der neuen Leiste sowohl Verknüpfungen, wie bisher, als auch die laufenden Programme angezeigt. Auch wurde ein Feature eingebaut, nach dem sich viele schon lange sehnen, nämlich die Möglichkeit die Reihenfolge der Programme in der Taskbar anzupassen, ohne die Programme zu schließen und neu zu starten. Ein kleines Detail, das aber sehr nützlich sein wird.
Klickt man auf ein Icon für ein bereits laufendes Programm, wird ein kleines Vorschaufenster mit allen zu diesem Programm gehörenden Fenstern angezeigt, in dem man dann das gewünschte Fenster wählen kann. Beim Internet Explorer werden dabei nicht nur die einzelnen Fenster sondern auch die Tabs berücksichtigt. Es bleibt zu hoffen, dass es eine offengelegte API gibt, damit auch andere Browser dieses Feature nutzen können, ich möchte nämlich weiterhin Firefox benutzen.
In der Präsentation sah das Ganze recht übersichtlich aus, aber ob sich das Konzept bewähren wird, muss sich noch zeigen. Ich bin aber diesbezüglich recht zuversichtlich.

Ein weiteres sehr interessantes Feature sind die sogenannten “Libraries”. Dies ist im Prinzip eine Neuauflage der “Virtual Folder”, die es nicht in die finale Ausgabe von Windows Vista geschafft haben. Diese virtuellen Ordner bieten die Möglichkeit, die Inhalte aus verschiedenen Orten wie USB-Sticks, Verschiedenen Festplattenordnern oder Netzwerkfreigaben an einem Ort zusammenzufassen. Die Dateien verbleiben dabei in den Quellorten, die Libraries verhält sich hingegen gegenüber Programmen wie ein “echter” Ordner.

image

Um die Konfiguration von Netzwerk- und Druckerfreigaben, v.a. außerhalb von Firmenumgebungen zu vereinfachen, bietet Windows 7 die “Homegroups”. Diese Bieten die Möglichkeit ohne aufwändige Konfiguration Musik, Bilder, Dokumente und Drucker freizugeben. 

Desweiteren wurde die Aero-Oberfläche weiter überarbeitet, und es wirkt aufgeräumter als die in Vista der Fall war, wobei allerdings bereits Vista bereits einiges in dieser Richtung gebracht hat. Auch einige uralte Dialoge, wie zum Beispiel der zum Einstellen der Bildschirmauflösung wurden in die Systemsteuerung integriert und sind nicht als eigenes, kleines Dialogfenster umgesetzt.

Weitere Programme, die endlich eine Überholung erfahren haben sind der Taschenrechner, Paint und WordPad. Letztere verwenden nun das bereits aus Office 2007 bekannte “Ribbon”-Interface und wurden auch um ein paar Funktionen erweitert.

Man sieht also, dass in Windows 7 einige neue Funktionen eingebaut wurden, doch ich finde vor allem die vielen Detailverbesserungen wichtig, da diese bitter nötig sind. Ich bin jedenfalls jetzt schon gespannt und hoffe, dass wir bald eine öffentlich Beta-Version in die Hände bekommen.

Office 14 – Attacke in Richtung Google

Die wohl wichtigste Neuerung in der kommenden Version von Office ist die Tatsache, dass es von den Programmen Word, Excel, Powerpoint und OneNote Onlineversionen, die im Browser laufen, geben wird. Dabei wird es, wie bei “Google Text und Tabellen”, die Möglichkeit geben in Echtzeit mit anderen zusammen an einem Dokument zu arbeiten. Soweit nichts besonderes. Für mich klingt das Konzept besser als das von Google, da die Zusammenarbeit nicht nur zwischen den Browserversionen sondern auch zwischen den Desktopversionen (auch zwischen Desktop und Browser) möglich sein wird. Dies Bringt den Vorteil mit sich, dass Nutzer von Desktop-Office-Versionen, wenn sie zu einer Onlineversion wechseln wollen, wohl eher zu Microsofts Lösung neigen werden, wenn diese konkurrenzfähig sein sollte.

Ich persönlich begrüße diesen Schritt und freue mich vor allem, dass es auch mit den nativen Programmen möglich ist, da ich nur ungern Browseranwendungen benutze, wenn mir auch ein Desktopprogramm zur Verfügung steht, da das Web  für das Anzeigen von Inhalten konzipiert und nicht für das Ausführen von Anwendungen wurde. Webanwendungen verhalten sich auch viel zu träge als dass sie eine Alternative für mich darstellen würden. Ich benutze diese nur, wenn ich gerade keine anderen Möglichkeiten besitze.

weitere Informationen

istartedsomething.com – Blog von Long Zheng

All about Microsoft – Blog von Mary-Jo Foley

Videoaufzeichnung der Keynote vom Montag

Videoaufzeichnung der Keynote vom Dienstag

 

 

Bildquellen:

Microsoft – What is the Azure Services Platform

Microsoft Channel 10 – New Features in Windows 7

 

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